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RENNBAHNTHEATER

Saison 2026: Infos folgen in Kürze

Der Reigen:
Rückblick 2025

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​Liebe Theaterfreundinnen
und Theatherfreunde!
Vor acht Jahren, unmittelbar nach der Geburt meiner älteren
Tochter, bin ich nach Baden gezogen – und schon damals war
mir klar: In dieser traumhaften Stadt möchte ich etwas aufbauen.
Drei Jahre später saß der damalige Bürgermeister Stefan
Szirucsek bei mir zum Kaffee, und ich erzählte ihm von meinem
Herzenswunsch, ein Sommertheater ins Leben zu rufen.
Zu meiner großen Freude teilte er meine Leidenschaft für das
Theater – und ermutigte mich, diesen Weg zu gehen. Er war es
auch, der mir die Trabrennbahn als möglichen Spielort empfahl.
Bereits bei der ersten Besichtigung war für mich klar: Hier ist
mein Platz. Die Trabrennbahn und Schnitzler – sie haben offenbar
nur aufeinander gewartet.
Vor drei Jahren wagte ich schließlich den ersten Schritt
und gründete im Franz-Josef-Museum in Baden das Stationentheater
Schnitzlereien – eine Art künstlerische Testphase, in
der ich herausfinden wollte, ob das Badener Publikum meine
Begeisterung für Schnitzler teilt. Und was soll ich sagen? Meine
Erwartungen wurden weit übertroffen: Unsere Vorstellungen
waren bis zu 140 % ausgebucht – ein überwältigendes Zeichen
der Unterstützung und ein kraftvoller Antrieb, weiter zu
träumen und größer zu denken.
Seit Oktober 2024 war für mich klar: Auf der Trabrennbahn entsteht
ein neues Sommertheater. Seither durfte ich viele inspirierende
und wertvolle Begegnungen mit Menschen erleben,
die mein Vorhaben unterstützten. Natürlich war der Weg nicht
immer leicht – auch Rückschläge und Tränen gehörten dazu.
Doch dank meines starken Willens (manche würden es Sturheit
nennen) und meiner unerschütterlichen Motivation (andere
sagen Naivität dazu), ließ ich mich nicht beirren.
Heute erfüllt es mich mit großer Freude und tiefem Stolz, Sie
im ersten Sommer des Rennbahntheaters zur Vorstellung von
Reigen begrüßen zu dürfen.
Genießen Sie einen unvergesslichen Abend voller fesselnder
Theatermomente und romantischer Kulinarik. Vielen herzlichen
Dank, dass Sie mit Ihrem Besuch dieses Projekt unterstützen
und damit meine Vision lebendig werden lassen.
Herzlichst,
Conny Boes

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Liebes Publikum!
Wenn Visionen in die Tat umgesetzt werden, kann Großes entstehen!
Ein hervorragendes Beispiel für einen wahr gewordenen
Traum ist die außergewöhnliche Realisierung des Schnitzler-
Stücks „Der Reigen“, das Regisseurin und Schauspielerin
Conny Boes ins unvergleichliche Ambiente unserer Trabrennbahn
holt. Durch die publikumsnahe Inszenierung als Stationentheater
und das authentische Setting erwartet die Besucher
ein Erlebnis, bei dem sie voll und ganz in das gesellschaftskritische
Werk eintauchen können.
Ganz besonders freut es mich, dass es durch die Zusammenarbeit
mit lokalen Betrieben und mit Unterstützung von Sponsoren
gelungen ist, eine Aufführungsreihe auf die Beine zu stellen,
die nicht nur das Publikum begeistern wird, sondern auch
unsere Wirtschaftstreibenden unterstützt.
Ich bedanke mich bei Conny Boes für ihre erfrischende
Initiative und freue mich schon sehr auf dieses außergewöhnliche
Kulturerlebnis, das den Badener Theatersommer in diesem
Jahr bereichert.
Viel Freude und gute Unterhaltung wünscht
Bürgermeisterin Mag. Carmen Jeitler-Cincelli

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Regie Statement
Die Geschichte des Reigens hat mich sowohl als Schauspielerin
als auch als Regisseurin tief fasziniert – und ebenso erschüttert.
Arthur Schnitzler wagte mit diesem Stück zur Jahrhundertwende
etwas Radikales: Er zeigte die menschliche Sexualität
in ihrer gesellschaftlichen Bedingtheit, durch alle sozialen
Schichten hindurch – direkt, schonungslos, poetisch. Die Reaktionen
damals waren heftig. Empörung, Skandalisierung, antisemitische
Angriffe, Zerstörung von Theaterinventar – Schnitzler
zog das Stück schließlich selbst zurück.
In meiner Inszenierung greife ich genau diesen Skandal
auf. Jede Szene wird an dem Punkt unterbrochen, an dem es
zum eigentlichen sexuellen Akt kommen würde. Stattdessen
brechen wütende Zuschauerreaktionen in das Geschehen ein:
Gerichtsverfahren,Proteste, Zwischenrufe. Ich mache die damalige
Empörung sichtbar und integriere sie in die
Aufführung. Die Zuschauer*innen werden so Teil eines doppelten
Spiels: Sie erleben das Drama zwischen den Figuren –
und zugleich die Reaktion auf eben dieses Drama.
Auch die Gestaltung der Plakate trägt diese Idee weiter: Sie
wirken übermalt, zensiert, als sei die Aufführung selbst eine
Gratwanderung des moralisch Vertretbaren. Ich möchte damit
nicht nur das Stück erzählen, sondern die Fragen stellen, die
es aufwirft: Wie gehen wir heute mit Sexualität auf der Bühne
um? Was empfinden wir als Provokation? Und wie mutig war
es, dass Schnitzler dieses Stück überhaupt schrieb?
Inhaltlich durchwandert Reigen acht (im Original zehn) Begegnungen
zwischen Menschen unterschiedlicher sozialer Herkunft,
dabei zeigt Schnitzler nicht nur körperliche Intimität,
sondern auch emotionale Leere, Machtverhältnisse
und gesellschaftliche Doppelmoral. Jede
Figur reicht die Sehnsucht an die nächste weiter, jede Begegnung
spiegelt eine andere Facette menschlichen Begehrens –
und der Einsamkeit dahinter.
Als Spielort dient uns die Trabrennbahn – eine offene, entblößte
Bühne, auf der nichts verborgen bleibt. Ich passe jede
Szene gezielt den Gegebenheiten an, arbeite mit minimalem
Bühnenbild und wenigen Requisiten. Der Fokus liegt auf den
Körpern, den Blicken, den
Momenten des Übergangs – dort, wo Nähe entsteht und
zugleich zerbricht.
„Reigen“ ist nicht nur ein Klassiker der Moderne. Es ist ein
Spiegel unserer eigenen Zeit – und ein Stück über Mut. Den
Mut, hinzusehen. Und den Mut, zu zeigen, was sonst verborgen bleibt.
Regie: Conny Boes

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